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  • Sumatra-Orang-Utan Mimpi im Zoo Zürich.
    Junge Galapagos-Riesenschildkröte im Zoo Zürich.

    Lernen und lehren im Tierreich

    Für die Menschenkinder hat die Schule wieder begonnen. Aber auch Tierkinder müssen lernen. Wie sie dies tun, hängt von Tierart, Umwelt und Sozialstruktur ab.

    Auch Tierkinder müssen viel lernen. Zum Beispiel, wie man Futter findet, wie man sich gegenüber Artgenossen verhält oder auch, wie man Raubtieren aus dem Weg gehen kann, oder umgekehrt wie man selber Beute jagt. Tiere lernen dabei hauptsächlich auf zweierlei Arten: entweder, indem sie sich Verhaltensweisen von Argenossen abschauen. Oder durch eigene Erfahrungen.

    Orang-Utan Utu übt das Klettern

    Video: Zoo Zürich, Nicole Cathomen | Nicole Schnyder

    Von anderen abschauen: soziales Lernen

    Wenn Tiere von anderen Tieren lernen, nennt man dies soziales Lernen. Die besten Voraussetzungen für soziales Lernen haben Individuen sozial lebender Arten, die durch die Nähe zu Artgenossen von deren Erfahrungen profitieren können. Ein Beispiel dafür ist der Orang-Utan.

    Sumatra-Orang-Utan Mimpi im Zoo Zürich.

    Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini

    Junge Orang-Utans müssen komplexe Zusammenhänge in der Umgebung, soziale Strukturen und handwerkliche Fertigkeiten erlernen. So beobachtet das Jungtier zum Beispiel seine Mutter intensiv bei der Nahrungssuche. Auf diese Weise lernt es, welche Früchte geniessbar sind, wo sie wachsen und um welche Jahreszeit sie reif sind. Früchte, die von der Mutter verschmäht werden, ignoriert auch das Jungtier.

    Sumatra-Orang-Utan Cahaya mit Jungtieren Riang und Utu im Zoo Zürich.

    Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini

    Mit zunehmendem Alter beobachten junge Orang-Utans nicht mehr nur die Mutter, sondern vermehrt auch das Verhalten anderer Artgenossen. Von diesen können sie Verhaltensweisen lernen, die die eigene Mutter nicht zeigt.

    Auf diese Weise können Verhaltensweisen innerhalb einer Population verbreitet werden, etwa der Gebrauch von Werkzeugen, um an Nahrung zu gelangen. Werden solche Verhaltensweisen über soziales Lernen von Generation zu Generation weitergegeben, spricht man von Kultur.

    Versuch und Irrtum: Individuelles LErnen

    Junge Galapagos-Riesenschildkröte im Zoo Zürich.

    Foto: Zoo Zürich, Corinne Invernizzi

    Ganz anders funktioniert das Lernen bei Tieren, die ab dem ersten Moment ihres Lebens auf sich selbst gestellt sind, wie zum Beispiel Schildkröten. Sie müssen sich auf ihre Instinkte und ihre Erfahrung verlassen.

    Galapagos-Riesenschildkröte beim Schlüpfen im Zoo Zürich.

    Foto: Zoo Zürich, Samuel Furrer

    Junge Schildkröten lernen, wo es gutes Futter gibt, indem sie per Zufall auf den Ort stossen. Dieses Lernen, auch individuelles Lernen genannt, ist eine der einfachsten Arten, wie Individuen von ihrer Umgebung lernen können. Umgangssprachlich wird es häufig auch Lernen durch Versuch und Irrtum genannt. 

    Aber auch einzelgängerisch lebende Tiere können von anderen Individuen lernen. Beobachtet eine Schildkröte eine Artgenossin beim korrekten Umgehen eines Hindernisses, ist es wahrscheinlicher, dass sie im Anschluss ebenfalls den richtigen Weg nimmt.

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